Medienprojekt erfolgreich abgeschlossen

Wie wird aus einem rostigen Container ein flottes Sendestudio? Was denken junge Kongolesen über Münster und was denken Deutsche über Afrika? Wie kann ein Austausch zwischen zwei Kontinenten funktionieren? Diesen, anderen und ganz
eigenen Fragen an Deutschland und Kongo gingen junge Menschen im Qualifizierungs- und Begegnungsprojekt im Rahmen der „Aktion Afrika“ des Auswärtigen Amtes nach. Das Projekt wurde bundesweit als einziges seiner Art gefördert.
Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Projektes von kitunga, der Volkshochschule Münster und dem Dachverband der deutschen Volkshochschulen war ein rund dreiwöchiger Austausch in Münster, der am 16. Dezember zu Ende geht. Drei kongolesische Journalisten machten sich bei diesem Besuch ein Bild von der Medienarbeit in Deutschland und informierten ihrerseits über Projekte im eigenen Land. Gemeinsam mit der Radio-AG in Münster recherchierten sie Themen und führten Interviews.

Projektstationen:
Radio- AGs in Lubumbashi und Münster
Das Projekt startete mit der Gründung von zwei lokalen Arbeitsgemeinschaften in Münster und in Lubumbashi, die unter der Leitung von Journalisten junge Menschen für das Thema Radio begeistern und einen dauerhaften Austausch zwischen beiden Ländern begründen sollen.
Von Juni bis Dezember wurde in monatlichen Treffen recherchiert und
sich an journalistischen Beitragsformen wie Interview, Kommentar oder
Meldung geübt. Immer im Blick dabei: das Schreiben fürs Ohr und nicht
fürs Auge!
Themenfelder waren dabei u.a. Leben und Alltag im Kongo und in Deutschland, Medien und Medienarbeit in beiden Ländern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Migration und Integration in Deutschland. In Lubumbashi nahmen zehn Schülerinnen und Schüler des Mutoto-Zentrums und des Internates Balou teil.
In Münster nahmen sieben junge Menschen an der AG teil, darunter Schüler, erprobte Bürgerfunker und ambitionierte Nachwuchs-Journalisten.
Sendeplattform in Münster ist das afrikanische Kultur- und Musikmagazin Radio Soukous (jeden 2. Sonntag im Monat um 19.04 Uhr im Bürgerfunk auf Antenne Münster)
Produktionsort in Lubumbashi ist „Radio Mutoto“ im Mutoto-Zentrum.

Aufbau Container-Studio in Lubumbashi
Mit 110 Kilogramm Studiotechnik im Gepäck machten sich Projektleiter Richard Nawezi und Redaktionsassistentin Alexandra Lupuljev im Oktober auf den Weg nach Lubumbashi. Dort wurde zunächst ein alter Container zu einem Radiostudio umfunktioniert, ein Internet-Anschluss eingerichtet und installiert sowie eine Stromleitung gelegt. Während der 14-tägigen Reise wurde das neue Studio „Radio Mutoto“ eingeweiht und in Betrieb genommen. Mit der technischen Ausstattung können Beiträge recherchiert, erstellt und eingesprochen werden. Ziel ist es, ein sendefähiges Studio einzurichten, das für verschiedene Gruppen zur Produktion und Ausstrahlung von Sendungen genutzt werden kann.

Austausch in Münster 27.11. bis 15.12.
Höhepunkt des Projektes ist der Besuch der kongolesischen Partnergruppe aus Lubumbashi (Dem. Republik Kongo) vom 27.11. bis 17.12.2008. Drei
kongolesische Journalisten machen sich bei diesem Besuch ein Bild von der
Medien in Deutschland und informierten ihrerseits über Projekte im eigenen
Land. Im Mittelpunkt des Besuches stand der gegenseitige Austausch der Arbeitsgruppen. Gemeinsam wurden Veranstaltungen wie André Hellers Zirkusshow Afrika! Afrika! oder das Druckhaus der Westfälischen Nachrichten und die Deutsche Welle in Bonn besucht.
In einer großen Redaktionsrunde wurde als Abschluss des Projektes die Dezemberausgabe von „Radio Soukous“, ausgestrahlt am 14.12.2008, in kongolesisch-deutscher Koproduktion erstellt.
Projektinformationen

Projektpartner sind kitunga (Richard Nawezi) mit Radio Soukous, Mutoto e.V. Münster/Lubumbashi sowie die Volkshochschule Münster und der deutsche Volkshochschulverband IZZ/DVV, gefördert im Rahmen der „Aktion Afrika“ des Auswärtigen Amtes.

Aktion Afrika ist ein Programm des Auswärtigen Amtes mit dem Deutschland sein kultur- und bildungspolitisches Engagement in Afrika verstärkt. Allein 2008 stellt das Auswärtige Amt 20 Millionen Euro für Projekte und Programme des Kulturaustauschs auf dem Nachbarkontinent bereit. Damit setzt die Bundesregierung ihr Engagement für Afrika fort, das sie bereits 2007 während ihrer EU-Ratspräsidentschaft sowie dem G8-Vorsitz betont hatte. Klar ist: Eine wirksame Förderung von Kultur und Bildung stärkt auch die wirtschaftliche Leistungskraft des Kontinents.
Mit dem Programm will die Bundesregierung ihr Engagement in Afrika vertiefen, beispielsweise durch die Einrichtung und Ausweitung von Goethe-Instituten, aber auch durch die Förderung von Projekten u.a. dem Medienprojekt zwischen Münster und Lubumbashi. Die Regierung hat sich vorgenommen, deutsche Kultur im Ausland stärker zu repräsentieren. Andersherum soll aber auswärtige Kultur in Deutschland ihre Auftrittsmöglichkeiten bekommen.
Die Kultur- und Bildungspolitik ist zentraler Bestandteil der deutschen Außenpolitik geworden, um die Außenpolitik nachhaltig zu gestalten.
Mit dem Programm sollen vor allem junge Menschen angesprochen werden.



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